Scheibenläufer bei Schaben
und wie du sie effektiv Kontrollierst
Wer Schaben hält – ob als Futtertiere oder zur Zucht – kennt das Problem: Plötzlich sitzen einige Tiere an der Deckelinnenseite, klettern an der Boxwand hoch und drohen auszubrechen. Dieses Verhalten nennt man „Scheibenlaufen“.
Doch keine Sorge – mit dem richtigen Setup und ein paar erprobten Tricks lässt sich das ganz einfach in den Griff bekommen.
Was sind „Scheibenläufer“?
Als Scheibenläufer bezeichnet man Schaben, die es schaffen, an den glatten Seitenwänden der Faunabox oder Kunststoffbox emporzuklettern.
Normalerweise sind viele Arten nicht gut kletterfähig, doch es gibt Unterschiede je nach Art und Entwicklungsstadium.
Typen von Scheibenläufern
Nicht jede Schabenart oder jedes Tierstadium läuft gleich schnell oder gut an den Boxwänden hoch.
Man unterscheidet daher:
Typ Beschreibung Beispielarten
Keine Scheibenläufer Keine Klettertendenz, bleiben am Boden Blaptica dubia, Archimandrita tesselata
Nur Jungtiere klettern Nymphen klettern, Adulte meist nicht Eublaberus posticus,
Nur Adulte klettern Selten, meist bei Arten mit Flügeln z. B. Therea spec.
Alle Stadien klettern Vom frisch geschlüpften Nymphe bis Adulttier Gromphadorhina portentosa, Panchlora nivea, Pycnoscelus surinamensis
Besonders bei fütternden Arten mit kleinen Nymphen ist Vorsicht geboten – die Jungtiere sind oft flink und finden schnell den Weg zum Deckel.
Ursachen für das Kletterverhalten
Platzmangel (zu viele Tiere auf engem Raum)
Stress durch Licht, Feuchtigkeit oder Temperatur
Fehlende Verstecke
Hunger / Wassermangel
Schlechte Belüftung / Sauerstoffmangel
Ungeeignete Box-Oberfläche (raue Innenwände)
Effektive Barrieren gegen Scheibenläufer
Um das Hochklettern und Entweichen zu verhindern, setzen erfahrene Züchter auf physikalische Barrieren direkt unter dem Boxdeckel:
1. Vaseline
Einfach aufzutragen, günstige Lösung
Bildet einen rutschigen Film am oberen Rand
Sollte regelmäßig erneuert werden (alle 2–3 Wochen)
Nachteil: Kann bei Wärme schmelzen und „herunterlaufen“
2. Paraffinöl
Dünnflüssiger als Vaseline, lässt sich gleichmäßiger auftragen
Besonders geeignet bei kleinen, leichten Arten
Vorsicht: nicht überdosieren, da öliger Film auf Tiere übergehen kann
3. Talkum (Magnesiumsilikat)
Feines Pulver, das die Haftung der Insektenfüße blockiert
Absolut ungiftig
Muss regelmäßig erneuert werden, da es sich abnutzt
Nicht bei sehr hoher Luftfeuchte geeignet (verklumpt)
4. Anti-Kletter-Folie oder glatte Innenränder
Einige Boxen haben von Haus aus glatte Randzonen
Alternativ: Klebefolie mit Teflon oder PTFE-beschichtete Flächen
Dauerhafte Lösung, aber nicht bei allen Arten 100 % zuverlässig
Tipps aus der Praxis
Futterluke integrieren
Ein kleiner Futterzugang im Deckel oder an der Seite verhindert unnötiges Öffnen der Box.
So bleibt die Barriere ungestört, und kein Tier nutzt die Gelegenheit zur Flucht.
Innenboxen in Außenbox
Eine zweite, größere Außenbox bietet Schutz vor Ausbrechern beim Hantieren oder Reinigen der Zucht Box.
Besonders sinnvoll bei tropischen Arten mit aktiven Nymphen.
Auch ideal bei Transport oder Versand.
Gute Belüftung & Deckelsicherung
Feine Gaze (Metall oder Plastik) statt grober Luftlöcher
Deckel immer fest schließen – einige Arten drücken sich sogar durch schmale Ritzen!
Hinweis: Dein Starterset im Shop
Wenn du dir den Aufwand sparen willst:
In unserem Schaben-Starterset findest du:
Eine robuste, Zuchtbox mit Glatter Wand
Belüftungsgitter, Drosophila Dicht
Eierpape
Futter
Auf Wunsch: passende Schabenarten.
Ideal für stressfreie, ausbruchsichere Haltung – egal ob als Futter oder zur Zucht.
Fazit: Mit System gegen Scheibenläufer
Scheibenläufer sind kein Grund zur Panik – aber sie verlangen nach einem gut durchdachten Haltungs-Setup. Wer die richtigen Barrieren einsetzt, auf die Artwahl achtet und regelmäßig kontrolliert, hat die Situation gut im Griff.
Ein bisschen Aufwand zu Beginn sorgt dafür, dass du deine Tiere sicher und stressfrei halten kannst – und erspart dir böse Überraschungen auf dem Wohnzimmerboden
