Nährwerte von Futtertieren
Die richtige Ernährung ist ein zentraler Faktor für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Reptilien, Amphibien, Vögeln und Wirbellosen. Futtertiere – wie Insekten, Larven, Würmer oder Kleinkrebse – bilden die Basis der Ernährung vieler dieser Tiere. Dabei ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der Nährstoffe entscheidend.
Wichtige Nährstoffe in Futtertieren sind Protein, Fett, Mineralstoffe (Rohasche) und Wasser.
Die Zusammensetzung dieser Nährstoffe variiert stark zwischen verschiedenen Futtertieren. So sind manche Insekten sehr proteinreich, andere fettreicher, während Würmer und Mikroorganismen oft viel Wasser und Mineralstoffe liefern. Die Wahl der richtigen Futtertiere hängt daher von Alter, Größe, Art und Gesundheitszustand des Tieres ab.
Ein fundiertes Verständnis der Nährwerte hilft dabei, eine ausgewogene, artgerechte Ernährung zusammenzustellen, Mangelerscheinungen zu vermeiden und die Lebensqualität der Tiere zu verbessern.
Art: Protein: Fett: Rohasche: Feuchtigkeit: Besonderheit:
- Argen. Waldschabe 28% 7% 2% 60%
- Schokoschaben 28% 9% 2% 74%
- Bannanschabe 19% 8% 2% 65%
- Totenkopfschabe 23% 10% 2% 60%
- Mada. Fauchschabe 20% 7% 2% 70%
- Heimchen 21% 6% 2% 68%
- Steppengrille 18% 7% 2% 65%
- Zweifleckgrille 21% 8% 2% 68%
- Wanderheuschrecke 19% 4% 2% 72%
- Wüstenheuschrecke 19% 4% 2% 70%
- Asthmakäfer Larve 55% 18% 3% 67% an Spurenelementen und Mineralstoffen
- Buffelo Würmer 21% 13% 2% 63%
- Mehlwürmer 20% 14% 2% 65%
- Zoophoba 19% 18% 2% 60%
- Wachsmade 16% 25% 1% 60%
- Soldatenfliegenlarven 20% 25% 2% 65% Reich an Calcium
- Drosophila 20% 14% 2% 60%
- Terfly 20% 14% 2% 60%
- Goldfliege 18% 12% 2% 70%
- Kubaassel 20% 14% 2% 60% Viel Calcium
- Weise Assel 18% 4% 5% 80% Viel Calcium und Magnesium
- Tauwürmer 20% 4% 2% 85%
- Laubwürmer 18% 4% 2% 80%
- Dentrobena 19% 4% 2% 85%
- Ofenfischchen 20% 7% 2% 70%
- Erbsenblattläuse 18% 3% 1% 85%
- Springschwänze 20% 4% 1% 85%
- Bohnenkäfer 22% 8% 2% 65%
Hier ist eine übersichtliche Erläuterung der einzelnen Nährwerte, die bei Futtertieren relevant sind, besonders für Reptilien, Amphibien, Vögel und Wirbellose.
1. Protein
Funktion: Aufbau von Muskeln, Organen, Enzymen, Hormonen; wichtig für Wachstum, Häutung und Fortpflanzung.
Bedeutung bei Futtertieren:
Protein ist der wichtigste Makronährstoff für Wachstum und Regeneration.
Jungtiere oder heranwachsende Tiere benötigen oft höhere Proteinanteile.
Proteinüberschuss kann bei manchen Tieren (z. B. Amphibien) zu Nierenbelastung führen, daher ausgewogen füttern.
2. Fett
Funktion: Energiequelle, Speicherung von Energie, Versorgung mit essenziellen Fettsäuren, Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K).
Bedeutung bei Futtertieren:
Fettreiche Insekten wie Zophobas oder Wachsmaden liefern viel Energie – gut als „Leckerli“ oder für energiereiche Phasen.
Fettarme Futtertiere (Heuschrecken, Grillen) eignen sich für regelmäßige Hauptfütterung, verhindern Übergewicht.
Zu viel Fett kann bei Reptilien oder Amphibien zu Leberproblemen führen, besonders bei kleineren Tieren.
3. Rohasche
Funktion: Summe der Mineralstoffe, vor allem Calcium, Phosphor, Magnesium, Spurenelemente.
Bedeutung bei Futtertieren:
Hohe Rohasche → mehr Mineralien vorhanden (z. B. bei Asseln).
Niedrige Rohasche → wenig Mineralstoffe (z. B. Drosophila, Fliegenlarven), oft Supplementierung notwendig.
Verhältnis von Calcium zu Phosphor (Ca:P) ist besonders wichtig bei Reptilien – oft durch Dusting mit Calciumpräparaten angepasst.
4. Feuchtigkeit
Funktion: Wassergehalt; wichtig für Hydration, Stoffwechsel, Verdauung.
Bedeutung bei Futtertieren:
Hoher Wasseranteil → gute Flüssigkeitsversorgung, besonders bei Amphibien und Jungtieren.
Niedriger Wasseranteil → höhere Energiedichte, besser für trockene Haltung oder größere Tiere, kann Hydration erfordern.
Feuchtigkeitswerte beeinflussen auch das Gewicht und die Energiedichte des Futters.
Zusammenfassung:
- Protein: Muskelaufbau, Wachstum, Enzyme → Hauptfaktor für Entwicklung
- Fett: Energie, essenzielle Fettsäuren → Versorgung und Energieboost
- Rohasche: Mineralstoffe → Knochen, Schale, Metabolismus
- Feuchtigkeit: Hydration → Flüssigkeitsversorgung und Stoffwechsel
Kurze Hinweise zur Nutzung
- Proteinreiche Insekten: ideal für Wachstum, Jungtiere, Zuchtphase.
- Fettreiche Insekten: als Energiespender oder Leckerli, nicht dauerhaft überfüttern.
- Wasserreiche Tiere (Tauwürmer, Blattläuse, Springschwänze): unterstützen Hydration, besonders bei Amphibien.
- Mineralstoffreiche Tiere (Asseln, manche Würmer): helfen Calcium- und Spurenelementversorgung, können Low-Ca-Futter ergänzen.
- Gut-Loading: Die meisten Insekten und Würmer profitieren von 24–48 Stunden Fütterung mit frischem Gemüse, Obst oder Mineralpulver, um Protein, Fett und Mineralstoffe zu optimieren.
