Euborelia arcanum
Gewächshaus Ohrwurm
Herkunft
Diese Ohrwurm-Art stammt ursprünglich aus Brasilien, Florida und anderen Teilen der USA.
Größe
Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 20–26 mm.
Haltung
Temperatur: 24–28 °C
Luftfeuchtigkeit: ca. 60 %
Behausung:
Anfangs wurden die Tiere in einer 6-Liter-Dose (z. B. Braplast / Ohrkneifer Starterset) gehalten. Mit etwa 10 cm Bodengrund (bestehend aus Erde, Laub, Moos und Rinde).
Eine feuchte Ecke mit Moos wird besonders gerne angenommen.
Hinweis: Diese Art kann keine glatten Wände erklimmen, ist jedoch in der Lage, zu springen und kurze Strecken zu fliegen.
Ernährung
Die Ohrwürmer sind omnivor (Allesfresser), bevorzugen aber:
Hauptsächlich:
Tote Insekten (z. B. Heimchen, Fliegen)
Springschwänze und weiße Asseln (werden aktiv gejagt)
Gelegentlich:
Kleine Apfelstücke (etwa in Größe eines 1-Cent-Stücks)
Blattläuse
Grünes Blattgemüse (wird jedoch selten gefressen)
Geschlechtsunterschiede
Ein deutlicher Unterschied ist an den Zangen (Cerci) zu erkennen:
Weibchen: Die Zangenspitzen berühren sich oder stehen enger beieinander.
Männchen: Die Zangen sind weiter gespreizt und berühren sich nicht.
Fortpflanzung & Brutpflege
Inkubationszeit: ca. 10 Tage bei 28 °C.
Aufzucht:
Die Mutter betreut die Larven in ihrer Wohnhöhle bis zur zweiten Häutung (etwa 7 Tage nach dem Schlupf). Danach sind die Jungtiere selbstständig.
Diese Form der Brutpflege ist bei Insekten eher ungewöhnlich und macht die Art besonders interessant.
Beobachtungen & Verhalten
Sehr pflegeleichte und interessante Art mit spannenden sozialen Verhaltensweisen.
Die Tiere zeigen ein aktives Jagdverhalten gegenüber kleinen Bodenlebewesen.
Sie bevorzugen versteckte, feuchte Bereiche unter Moos, Laub und Rinde.
Springen regelmäßig bei Störungen und fliegen gelegentlich kurze Strecken.
Fazit
Diese Ohrwürmer sind ideal für Einsteiger, aber auch für fortgeschrittene Halter*innen sehr interessant. Durch ihr Jagdverhalten, die Brutpflege und ihre Bodenaktivität sind sie ein spannender Bestandteil in jedem Terrarium oder zur Beobachtung in der Boxhaltung. Mit wenig Aufwand lassen sie sich gut versorgen und bieten dennoch viele Einblicke in das Leben bodenbewohnender Insekten.
