PSG-Nummern – Was bedeuten sie und warum sind sie wichtig?

Wenn du dich schon ein bisschen mit Stab- oder Gespenstschrecken beschäftigt hast, bist du sicher schon mal über eine PSG-Nummer gestolpert. Vielleicht stand auf einem Tierlistenpost „Extatosoma tiaratum (PSG 9)“ – und du hast dich gefragt: Was soll die Zahl? Ist das eine Art Katalognummer?
Kurz gesagt: Ja, ist es – und das aus gutem Grund.

In diesem Beitrag erkläre ich dir, was PSG-Nummern sind, wo sie herkommen und warum sie für Züchter und Halter so nützlich sind.

Was ist die Phasmid Study Group?

Die Phasmid Study Group (kurz PSG) ist eine Organisation mit Sitz in Großbritannien, die sich seit den 1980er Jahren mit der Zucht, Erforschung und Haltung von Phasmiden – also Stab- und Gespenstschrecken – beschäftigt.
Sie betreibt nicht nur Forschung, sondern auch eine weltweite Züchtergemeinschaft, über die Tiere, Eier und Infos ausgetauscht werden.
Eines ihrer bekanntesten Projekte: Die Vergabe von PSG-Nummern.

Was ist eine PSG-Nummer?

Die PSG-Nummer ist eine eindeutige Kennziffer, die einer bestimmten Phasmidenart oder Zuchtlinie zugewiesen wird.
Sie dient dazu, eine Art oder Herkunft klar zu identifizieren – besonders dann, wenn der wissenschaftliche Name sich ändert oder noch nicht eindeutig bestimmt ist.

Ein paar bekannte Beispiele:

Artname                                 PSG-Nummer

Extatosoma tiaratum          PSG 9

Sungaya inexpectata          PSG 195

Heteropteryx dilatata          PSG 1

Peruphasma schultei          PSG 231

Diese Nummern findest du oft auf Tierbörsen, Zuchtlisten oder Halterforen – sie sind sowas wie die "Artikelnummern" der Phasmidenwelt.

Warum sind PSG-Nummern wichtig?

PSG-Nummern helfen dabei, Verwechslungen zu vermeiden – gerade bei Arten, die sich sehr ähnlich sehen oder bei denen es mehrere Zuchtlinien gibt.

Die Vorteile auf einen Blick:

Eindeutige Identifikation – auch bei unklarer oder sich ändernder Taxonomie

Erleichterter Austausch zwischen Haltern und Züchtern weltweit

Nachvollziehbarkeit von Zuchtlinien und Herkunft

 Praxisorientiert – nicht jeder Halter ist Taxonom, aber jeder kann eine PSG-Nummer lesen

Ein Beispiel:
Es gibt mehrere Zuchtlinien von Phyllium philippinicum – je nach Fundort oder Farbe kann jede eine eigene PSG-Nummer haben. So weiß man genau, welche Linie man bekommt oder weiterzüchtet.

 Was man wissen sollte

Die PSG-Nummer ersetzt nicht die wissenschaftliche Bezeichnung – sie ist eine Ergänzung für die Praxis.

Nicht jede Phasmidenart hat eine PSG-Nummer. Nur Arten, die in der Terrarienhaltung etabliert sind oder von PSG-Mitgliedern gemeldet wurden, bekommen eine.

Die Nummer kann sich auf eine bestimmte Lokalform oder Fundortlinie beziehen – nicht nur auf die Art im Allgemeinen.

 Noch ein Beispiel aus der Praxis

Nehmen wir die Australische Gespenstschrecke – Extatosoma tiaratum.
Sie ist als PSG 9 gelistet. Aber es gibt auch Varianten wie die sogenannte "Lichen morph", die teilweise separat gehandhabt werden – je nach Quelle.
Die PSG-Nummer hilft hier, die Standardform von Zuchtformen zu unterscheiden.

 Wo finde ich eine Übersicht der PSG-Nummern?

Die komplette Liste mit allen vergebenen Nummern findest du auf der offiziellen Website der Phasmid Study Group:

PSG Species List (PDF)

Tipp: Wenn du häufiger züchtest oder Tiere tauschst, lohnt es sich, die PSG-Nummer immer mit anzugeben. Das macht alles einfacher – für dich und für andere.

Fazit

Auch wenn es auf den ersten Blick nur eine Zahl ist, steckt hinter jeder PSG-Nummer eine Menge Information.
Sie sorgt für Klarheit, Standardisierung und eine gute Kommunikation innerhalb der weltweiten Phasmiden-Community.
Wenn du dich länger mit diesen faszinierenden Tieren beschäftigst, wirst du schnell merken:
Mit PSG-Nummern lebt und züchtet es sich einfach besser.

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